Aktuelles 2011
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„Ein Haufen Arbeit und 100 Prozent Leidenschaft“
Bad Staffelstein. Man kann vom neuen Schulsystem halten, was man will. Die neue gymnasiale Oberstufe eröffnet indes neue Möglichkeiten. In den Genuss einer kamen die Stadt Bad Staffelstein und die Organisatoren des Obermain-Marathons um Karl-Heinz Drossel. Zwölf Gymnasiasten des Coburger Alexandrinums erstellten in ihrem P-Seminar unter der Leitung von Diana Atzpodien ein „Marketing-Konzept für den Obermain Marathon“. Am Freitagnachmittag präsentierten sie es in der Bad Staffelsteiner Realschule und konnten mithilfe ausgewerteter Fragebögen ein Loblied auf die Laufveranstaltung singen.
Diana Atzpodien, selbst TSVlerin, bot im Leitfach Wirtschaft und Recht das Seminar für die kommenden Abiturienten an. Zwölf folgten ihrem Ruf - mit ganz unterschiedlichen Absichten: Interesse am Sport bekundeten Lisa Bähring und Katharina Autsch, wirtschaftliches bewegte Kevin Sulz und Johannes Schmidt, Melanie Krosch und andere lockte die praktische Vorbereitung, Mediendesign und Eventmanagement. Schnell waren drei Arbeitskreise gefunden. Während sich die „Rennmäuse“ um Helfer- und Streckenplanung, sowie Verpflegung sorgten, kümmerten sich die „Laufburschen“ um Sponsoring, Kostenplan und Preispaket. Letztlich oblag den „Laufwundern“ der kreative Bereich um Unterhaltung und Werbung. Und das alles für ein Ziel: „viele Teilnehmer, gute Unterhaltung und Publikum“, erklärt Alexandra Carl.
Zugrunde lagen den Studien die Ergebnisse des Fragebogens, den die Schüler zum Marathon dieses Jahres an die Läufer ausgeteilten hatten. Durchweg positiv war die Resonanz: die Strecken liegen „nahe am Optimum“, mit der Betreuung ist man rundum zufrieden und zur Verpflegung kamen „noch nie“ Klagen. Auch in medizinischer Hinsicht ist man top.
„Ich habe kein Marketing gemacht. Ich habe immer nur meine Kunden geliebt“ zitierte Moderator Markus Zahner von der „mz publishing group“ den Schweizer Zino Davidoff. Dieses trifft auch auf die Coburger Schüler zu. Sie haben ihre Arbeit und damit ihre Kunden geliebt. P-Seminar bedeutet Praxis-Seminar und so war für die zwölf auch Anpacken angesagt. Medaillen und Startunterlagen, Obst und Getränke wurden verteilt. Eine Selbstverständlichkeit, nicht nur, um sich ein Bild vom größten Laufevent der Region zu machen. Madeleine Bauer sagt: „Bei so einer großen Veranstaltung ist eine genaue Planung wichtig.“ Und Jan Lorenz stellt fest: „Der Obermain-Marathon ist ein Haufen Arbeit, der ohne Sponsoren nicht geht. Die Leute, die mitarbeiten, machen es aus 100 Prozent Leidenschaft.“
Apropos Sponsoren: die „Laufburschen“ stellten fest, dass die Einnahmen durch Startgebühr und Fanartikelverkauf die Ausgaben nicht decken. Sponsoren sind nötig. Die Coburger machten Nägel mit Köpfen. Zu den bereits bestehenden, die unter anderem Preise in Geld- und Sachform spenden, warben sie die „REWE-Handelsgruppe“ an. Und die stellten 1000 Euro unter anderem für Obst und Sportbeutel zur Verfügung.
Um das Entertainment kümmerten sich die „Laufwunder“. Moderation und Unterhaltung im Ziel im Stadion bekundeten stets über 80 Prozent als gut bis sehr gut. Für die Strecke ergriffen sie Initiative und versuchten eine Gruppe oder einen Verein anzuwerben - bislang erfolglos.
„Teilweise war das Projekt erfolgreich. Ob es das wirklich war, sehen wir beim Marathon 2011“, zogen die Schüler ein Fazit. Karl-Heinz Drossel hebt seine Antriebsfeder hervor: „Wenn nach dem Obermain-Marathon 3000 Läuferinnen und Läufer glücklich nach Hause gehen und allen erzählen, wie schön es war und gerne wieder kommen, weil sie sich geschätzt fühlen.“ Diesem Ziel ist er mit seinem Organisationsteam durch die Hilfe der Coburger Gymnasiasten ein Stück näher gekommen. Dass die Arbeit im P-Seminar keine Eintagsfliege bleibt, zeigten die Schüler selbst. Für 2011 wollen sie erneut einen Fragebogen ausarbeiten. Und mindestens vier der zwölf hat das Lauffieber gepackt: sie wollen am 10. April 2011 an den Start gehen. Denn nicht nur Gabriel Präcklein hat als Coburger eines im Obermaingebiet gelernt, wie er augenzwinkernd verrät: „Es gibt einen schönen Landschaftsmarathon“. Philipp Fischer (FiPh)


Damit die Jugend die Laufschuhe schnürt

Bad Staffelstein. Im Rahmen ihrer Arbeit im P-Seminar „Erstellen eines Marketing-Konzepts für den Obermain Marathon“, schlug die Gruppe der „Rennmäuse“ der Coburger Gymnasiasten vor, einen Kinder- und Jugendlauf zu initiieren.
Das Hauptfeld ist nach den Ergebnissen ihres Fragebogens zwischen 41 und 50 Jahren alt. Die müssten, so schlossen die künftigen Abiturienten, auch einigen Nachwuchs haben. Dem könnte man mit einem eigenen Wettbewerb den (Lauf-)Sport schmackhaft machen. Zum Beispiel mit einem Lauf im Kurpark als Vorgeschmack auf den Hauptlauf einen Tag später. Unterstützung erhielten sie von ihren Kollegen der „Laufburschen“, die vorschlugen, dafür eigens Sponsoren anzuwerben.
Ob das realisiert wird, wird sich zeigen. Diskutieren wollen die Organisatoren darüber auf jeden Fall. Doch Karl-Heinz Drossel meint, dass es für Kinder und Jugendliche bereits beim Altstadtlauf eigene Rennen gibt. FiPh


Infobox Obermain-Marathon:
Beschreibung: Landschaftsmarathon im malerischen Obermaintal um das historische Bad Staffelsteiner Rathaus, Vierzehnheiligen, Kloster Banz und den Staffelberg.
Disziplinen: Nordic-Walking-Halbmarathon, Nordic-Walking-Kurzstrecke, Halbmarathon und Marathon
Läufer 2010: rund 2200
Termin 2011: 10. April
Initiator: Karl-Heinz Drossel
Organisation: TSV 1860 Staffelstein e.V.
Ehrenamtliche Helfer: insgesamt rund 600, unter anderem von den Freiwilligen Feuerwehren des Umkreises, dem Bayerischen Roten Kreuz, der DLRG, der Wasserwacht und den Verkehrskadetten. Auch die Stadt Bad Staffelstein und der Landkreis Lichtenfels unterstützen.
Anmeldung und Infos: 09573/235055 und „www.obermain-marathon.de“


Bilder:
Gruppenbild:
Zwölf Schülerinnen und Schüler des Coburger Alexandrinums erarbeiteten in ihrem P-Seminar ein „Marketing-Konzept für den Obermain Marathon“ unter der Leitung von Lehrerin Diana Atzpodien (hintere Reihe, Zweite von rechts). Nicht nur die Stadt Bad Staffelstein mit Bürgermeister Jürgen Kohmann (hintere Reihe, Zweiter von links) und der Schulleiter des Alexandrinums, Herbert Brunner (hinten rechts), sondern insbesondere der TSV 1860 Staffelstein und der Leiter des Organisationskomitees der Laufveranstaltung, Karl-Heinz Drossel (hinten links), freuen sich über die Ergebnisse, Anregungen und Ideen.

Schülerinnen:
Im Rahmen ihrer Arbeit erkundeten die Coburger Gymnasiasten auch die Streckenverläufe des Obermain-Marathons. Insbesondere durch die Ergebnisse ihres Fragebogens stellten (von links) Madeleine Bauer, Lisa Bähring und Katharina Autsch fest, dass die Läufer insbesondere von der schönen Landschaft am Obermain angezogen werden.

Marathon:
Rund 2200 Läuferinnen und Läufer gingen im April dieses Jahres bei allen Läufen, die unter dem Deckmantel des „Obermain-Marathons“ stattfinden, an den Start. Die Ergebnisse des von den Coburger Gymnasiasten erarbeiteten „Marketing-Konzepts“ wollen die Verantwortlichen um Karl-Heinz Drossel in ihre Planungen einfließen lassen.
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